Lindauer Zeitung
LZ vom 27.07.2010
„Lieber Augustin“: Regierung lässt sich Zeit
LINDAU (dik) - So schnell wird das nichts mit einer Entscheidung über den Abriss des „Lieben Augustin“. Die Regierung von Schwaben will zunächst eine Stellungnahme der Stadt, Das Verfahren werde einige Wochen dauern.
Ein paar Wochen Zeit müssen Sie den beteiligten Steilen schon geben“, sagte Karl-Heinz Meyer, Pressesprecher der Regierung von Schwaben, gestern im Gespräch mit der LZ, Nachdem am Vormittag die Bitte des Kunstministeriums eingegangen war, dass die Regierung den Beschluss des Stadtrats auf Abriss des „Lieben Augustin“ ungültig machen soll.
Dabei gibt es zwei Wege: Die Regierung könnte den Stadtrat anweisen, das Thema erneut auf die Tagesordnung zu nehmen und diesmal gegen den Abriss zu stimmen, oder die Regierung könnte gleich selbst den Beschluss außer Kraft setzen und den Abriss verhindern. Zu guter Letzt könnte die Regierung natürlich auch die Bitte des Ministeriums ablehnen und den Beschluss auf Abriss stehen lassen. Das erscheint im Moment aber als unwahrscheinlich.
Stadtjurist Achim Frey ist gespannt auf das Schreiben aus Augsburg. Frey kann sich nicht erinnern, dass Lindau eine solche Weisung jemals erhalten hat. Die anschließend möglichen rechtlichen Wege sind vielfältig. Gegen einen ablehnenden Bescheid auf seinen Abrissantrag kann Eigentümer Robert Stolze klagen, gegen die Stadt, wenn diese zum entsprechenden Bescheid gezwungen wird, oder gegen den Freistaat, wenn die Regierung von Schwaben den entsprechenden Beschluss vornimmt. In beiden Fällen hat auch die Stadt möglicherweise ein Klagerecht. Stolze kann außerdem eine sogenannte Untätigkeitsklage erheben, wenn ihm das Verfahren zu lange dauert. Er hat ein Recht darauf, dass spätestens drei Monate nach seinem Antrag entschieden wird.
Oberbürgermeisterin Petra Seidl sieht die weiteren Schritte gelassen, hat sie doch schon in der Stadtratssitzung vor einer Woche angekündigt, dass Ministerium und Regierung wohl einschreiten werden. Deshalb haben die Räte ihren Beschluss ausdrücklich unter den Vorbehalt der Prüfung durch die Rechtsaufsichtsbehörden gestellt. Auch sie ist gestern vom Ministerium offiziell informiert worden. Über weitere Schritte wollte sie gestern nicht spekulieren, erst warte sie ab, wie die Regierung vorgeht.
LZ vom 24.07.2010
Ministerium will Abriss verhindern
LINDAU (dik) - Das bayerische Kunstministerium will den „Lieben Augustin“ unbedingt erhalten. Die Regierung von Schwaben soll den Beschluss des Stadtrates für den Abriss außer Kraft setzen.
Kunstminister Wolfgang Heubisch hat auf Anraten seiner Beamten tatsächlich schnell entschieden. Um 15.37 Uhr gestern Nachmittag ging die entsprechende Pressemitteilung bei der LZ ein. Darin erklärt das Ministerium erneut, dass es keinen Rechtsanspruch auf Abrissgenehmigung sieht. Als Untere Denkmalbehörde dürfe die Stadt deshalb die entsprechende Genehmigung nicht erteilen. Die Räte hätten keinen Ermessensspielraum gehabt. „Aus diesen Gründen hat das Staatsministerium die Regierung von Schwaben als zuständige Fachaufsichtsbehörde gebeten, die Stadt Lindau anzuweisen, den Antrag auf Erteilung einer Erlaubnis zum Abbruch für den ,Lieben Augustin' abzulehnen und den gegenteiligen Beschluss des Stadtrats vom 20.7.2010 nicht zu vollziehen“, heißt es in der Erklärung. Ministeriumssprecherin Christa Malessa fügte hinzu, das Ministerium habe dies der Stadt vorab in einem Brief erklärt. Sie bedauerte, dass dieses als Erläuterung der Rechtslage gemeinte Schreiben missverstanden worden war. Bei der Regierung von Schwaben war gestern Nachmittag niemand mehr zu erreichen. (siehe Anmerkung unter "Bürger aktiv / Aktionsgruppe Lieber Augustin")
Kommentar von Dirk Augustin in der LZ vom 23.07.2010
Der Stadtratsbeschluss ist umstritten. Die Räte haben es aber verdient, dass man nicht vorschnell urteilt.
Denkmalschutz ist kein Selbstzweck
Von Dirk Augustin
Auch wenn man über die Entscheidung des Stadtrats zum Abriss des „Lieben Augustin“ natürlich trefflich streiten darf – die Räte haben Respekt verdient. Sie haben sich ihre Entscheidung nicht einfach gemacht. Und die Behörden haben kaum etwas dazu beigetragen, dass es leichter geworden wäre. Wenn die Beamten in München sich hinsichtlich der Rechtslage tatsächlich so sicher wären, dann hätten sie die Entscheidung gleich selbst treffen können, anstatt sie in die Hände der Räte zu legen. Die lassen sich zu Recht nicht gerne diktieren, wie sie abstimmen, Das hätte mit einem freien Mandat gar nichts mehr zu tun.
Allein aus diesem Grund ist es verständlich, dass die Räte sich anders entschieden haben. Dafür gibt es aber auch gute sachliche Gründe. Denn ein Denkmal, das nicht mit Leben gefüllt ist, ist wertlos. Die Insel darf nicht zum Museum verkommen, hier muss Leben möglich sein.
Dazu gehört, dass man Gebäude so abdichtet, dass man Heizkosten spart, dazu gehören Solaranlagen auf den Dächern und eben auch ein Abriss, wenn es anders nicht möglich ist.
In diesem Sinne haben die Räte nicht Recht, die von einem Einzelfall reden. Denkmalschutz darf nicht zum Selbstzweck werden. Die Insel ist nur deshalb so schön, so vielfältig, weil hier die Menschen in all den Jahrhunderten immer wieder umgebaut und modernisiert haben, nach dem jeweiligen Zeitgeschmack. Auf Denkmäler hat da nie jemand Rücksicht genommen. So sind viele der wunderschönen barocken Kirchen in Süddeutschland nur möglich, weil die damaligen Bauherren rücksichtslos schöne romanische oder gotische Kirchen dem Zeitgeist angepasst haben.
So was muss heute auch möglich sein. Dabei ist ein ständiger Streit darüber nötig, was sinnvollerweise erhalten bleiben muss und was verschwinden darf. Ideologische Grundsätze helfen da aber nicht weiter. Für diesen Fall bedeutet das: Die Fassade zur Ludwigstraße sollte bleiben, und die Gaststube des „Lieben Augustin“ sollte irgendwo wieder eingebaut werden.
Dann kann Robert Stolze sein Hotel bauen.
Lesen Sie dazu den "Gegenkommentar" unter "Berichte und Meinungen / In eigener Sache"
LZ vom 23.07.2010
Lieber Augustin: Minister zögert noch
(LINDAU/sz) Das Kunstministerium hat noch nicht entschieden, wie es auf den Beschluss des Stadtrats zum Abriss des „Lieben Augustin“ antworten will. Nachdem der Stadtrat am Dienstagabend für den Abriss gestimmt hatte, gab es gestern Lob und Kritik.
Von unserem Redakteur Dirk Augustin
„Wir sind doch noch nicht ganz so weit“, sagte Christa Malessa, Pressesprecherin des Kunstministeriums gestern Nachmittag im Gespräch mit der LZ. In einem solchen Fall treffe der Minister die letzte Entscheidung. Wolfgang Heubisch (FDP) sei aber noch nicht dazu gekommen, den Vorgang abschließend zu bewerten. „Es wird ganz schnell eine Entscheidung getroffen“, fügte Malessa hinzu, entweder heute oder zu Beginn der kommenden Woche.
Beschwerde gegen Seidl
In Lindau sorgte die Entscheidung währenddessen für unterschiedliche Reaktionen. Der frühere Stadtrat Michael Zeller legte beim Landratsamt Dienstaufsichtsbeschwerde gegen Oberbürgermeisterin Petra Seidl ein, weil diese mit ihrer Stimme für den Abriss wissentlich gegen geltendes Recht verstoßen habe. „Wenn das Schule macht …“, schimpfte Zeller gestern. Als Chefin der Verwaltung müsse sich die OB an die Gesetze halten.
Ähnlich urteilt Klaus Burger, Sprecher der Bürgerinitiative „Rettet den Lieben Augustin“, der Seidls Abstimmungsverhalten „niederschmetternd und empörend“ nennt. Seidl habe „leider kein Gespür zur besonderen städtebaulichen Qualität“ der Insel gefunden. Dass der Stadtrat dem Abbruch zugestimmt hat, sei „ein Schlag ins Gesicht eines jeden Bürgers, der in den vergangenen Jahrzehnten mit hohem Aufwand sein unter Denkmalschutz stehendes Gebäude erhalten hat“. Die Bürgerinitiative werde nun prüfen, wie sie dazu beitragen kann, „dieser Entwicklung zum Schaden der historischen Substanz zukünftig Einhalt zu gebieten“.
IHK lobt den Stadtrat
Ganz anders die IHK, deren Vorstand lobt: „Damit liefert der Stadtrat einen wichtigen Beitrag, die Zukunftsfähigkeit des Hotelunternehmens der Familie Stolze zu sichern“, schreibt IHK-Regionalvorsitzender Thomas Holderried, der die Entscheidung des Stadtrats gegen den Willen des Ministeriums „mutig“ und „autonom“ nennt. So hätten die Räte „deutlich gemacht, dass ihm die Belange der Wirtschaft in der Stadt wichtig sind“. Vom Ministerium erwartet die IHK, dass es die Entscheidung des Stadtrats respektiert, damit sich das Fünf-Sterne-Hotel entwickeln kann.
Wie gestern kurz berichtet, hatte der Stadtrat am späten Dienstagabend mit 21:9 Stimmen den Abriss gebilligt. Ausdrücklich stellten die Räte den Beschluss unter den Vorbehalt der Prüfung durch höhere Behörden und das Ministerium. Außerdem machten sie zur Auflage, dass Hotelier Robert Stolze das neue Gebäude nur gemeinsam mit einem Berater planen darf, den die Stadt bestimmt.
Bauamtsleiter Georg Speth und sein Mitarbeiter Christian Herrling hatten zuvor nochmals das gesamte Verfahren in Erinnerung gerufen. Denkmalschutz habe Verfassungsrang, und es sei Stolze nicht gelungen, ausreichende Beweise dafür zu bringen, dass die Instandhaltung für ihn nicht zumutbar sei. Nach Meinung aller höheren Stellen lasse die Rechtslage keinen anderen Beschluss zu, als den Antrag auf Abriss abzulehnen. Dann bleibe Stolze der Gang vor die Verwaltungsgerichte.
Das aber passte den Räten gar nicht. Wenn die Rechtslage so eindeutig sei, dann hätte das Ministerium eine Anweisung formulieren sollen oder gleich selbst entscheiden, klagten Redner aller Fraktionen. Wenn sie keine Wahl hätten, sei die Abstimmung eine Schau. Allein schon aus „Bürgerstolz“ wende er sich gegen einen solchen Zwang, gab Ulrich Kaiser (BL) zu Protokoll. Die Gegner sahen sich dagegen – bei allem Verständnis für Stolze – außerstande, gegen offenkundig geltendes Recht zu beschließen.
LZ vom 23.07.2010
So wurde abgestimmt
21 Stadträte dafür, neun dagegen
21 Stadträte haben für den Abriss des „Lieben Augustin“ gestimmt, neun waren dagegen. Hier ist die Namensliste:
Auf Antrag von Bürgermeister Uwe Birk (SPD) haben die Räte ihre Entscheidung in namentlicher Abstimmung gegeben. CSU und FB haben komplett dafür gestimmt, in den anderen Fraktionen gab es Befürworter und Gegner. Ralf Guggenmos (FB) war nicht anwesend.
Für den Abriss waren Oberbürgermeisterin Petra Seidl, Bürgermeister Karl Schober (CSU) sowie Willy Böhm, Stefan Büchele, Roland Freiberg, Thomas Hummler, Hermann Kreitmeir, Elmar Mauch, Hannelore Pontes, Hariolf Prinz, Stefan Rösler, Josef Stark, Andreas Willhalm (alle CSU), Günther Brombeiß, Heribert Hostenkamp und Erwin Unseld (alle FB), Bärbel Heumann und Ulrich Kaiser (beide BL), Uli Gebhard und Angelika Rundel (beide SPD) sowie Dieter Fürhaupter (FW).
Dagegen haben gestimmt: Matthias Kaiser, Alexander Kiss, Peter Triloff und Max Strauß (alle BL), Katrin Dorfmüller und Bürgermeister Uwe Birk (beide SPD), Ursula Krieger und Jürgen Müller (beide FW) sowie Xaver Fichtl (ÖDP). (dik)
Lindauer Zeitung vom 22.07.2010
Räte stimmen für den Abriss
LINDAU (dik) - Der Stadtrat hat am späten Dienstagabend den Abriss des „Lieben Augustin“ mit großer Mehrheit genehmigt. Doch das bayerische Kunstministerium wird den Beschluss wohl aufheben. Dann landet der Streit vor dem Verwaltungsgericht.
Auch wenn Juristen vorher gewarnt hatten, ein Beschluss für den Abriss sei rechtswidrig, die große Mehrheit der Räte sah das anders. Lediglich neun Mitglieder von BL, SPD, FW und ÖDP stimmten gegen den Abriss, alle anderen hielten die Gründe des Hoteliers Robert Stolze für überzeugender als die Schreiben des Landesdenkmalamts und des Kunstministeriums. Einigen Räten stieß besonders sauer auf, dass die Beamten aus München den Räten einen Beschluss quasi diktieren wollten. Dann sollten die Behörden den Mut haben und gleich selbst entscheiden. Die Mehrheit der Räte sah sich frei von allen Vorgaben.
Das Kunstministerium reagierte gestern wie erwartet. Sprecherin Christa Malessa bestätigte am Nachmittag auf Anfrage der Lindauer Zeitung, dass das Ministerium prüft, auf welche Weise es gegen den Stadtratsbeschluss vorgeht. Dass es das tun werde, stehe außer Frage. Wahrscheinlich werde sie dazu heute Genaues mitteilen, ergänzte Malessa.
Lindauer Zeitung vom 14.07.2010
Streit um "Lieben Augustin" geht weiter
Lesen Sie dazu auch die Stellungnahme des Bayer. Landesamtes f. Denkmalschutz unter "Die Fakten"/"Der Denkmalschutz"
Der Stadtrat soll am kommenden Dienstag über den Abriss des "Lieben Augustin" entscheiden. Anderthalb Jahre nachdem die Räte Hotelier Robert Stolze und die Denkmalpfleger um einen Kompromiss gebeten hatten, stehen die Fronten unverändert. Die Verwaltung schlägt sich auf die Seite des Denkmalschutzes.
(LINDAU/sz) Von unserem Redakteur Dirk Augustin
"Der Antrag auf Abbruch der denkmalgeschützten Gebäude Ludwigstraße 27, 29 wird abgelehnt", lautet die Beschlussempfehlung der Verwaltung an den Stadtrat. Ob die Räte dem folgen, weiß derzeit niemand. OB Petra Seidl zum Beispiel wollte sich dazu nicht äußern, sondern weitere Gespräche und Überlegungen abwarten.
Kein Wunder, denn die über 80 Seiten dicke Vorlage der Stadtverwaltung, zu der derzeit täglich weitere Briefe oder E-Mails der Beteiligten hinzukommen, macht deutlich, wie schwierig die Entscheidung ist. Dabei sind sich Landesdenkmalamt und bayerisches Kunstministerium einig, dass die Belange des Denkmalschutzes in diesem Fall die des Eigentümers überwiegen.
Im Kern geht es nach wie vor darum, dass Hotelier Robert Stolze den "Lieben Augustin" abreißen will. Um den Fünf-Sterne-Standard auf Dauer zu halten, brauche er ein Hallenbad und behindertengerecht zugängliche Zimmer. Beides, so räumen die Behörden ein, ist durch einen Umbau des denkmalgeschützten Gebäudes nicht zu erreichen. Das Hallenbad aber könne er nicht über dem bestehenden Freibad im Garten bauen, wie von den Denkmalschützern vorgeschlagen. Zudem würde das die Ansicht vom Hafen aus viel schlimmer verändern als der geplante Abriss und Neubau. Wenn das nicht geht, so meinen die Denkmalschützer, dann müsse Stolze eben auf das Bad verzichten.
Dass es sich um ein Denkmal handelt, bestreitet Stolze nicht. Er bringt aber Gutachter bei, die dem Gebäudekomplex weitaus weniger Wert zumessen als dies die Behörden tun. Und deshalb, darauf beharrt Stolze, sei der Abriss möglich. Denn auch die vom Landesdenkmalamt vorgeschlagenen Umbaumaßnahmen für einen Aufzug, ein brandsicheres Treppenhaus und einen Durchgang zwischen den Hotels Bayerischer Hof und Reutemann würden historische Substanz zerstören.
Beide Seiten lassen Zahlen missen
Das räumen die Denkmalschützer ein, das sei aber weniger schlimm als der Abbruch. Sie sagen zudem, dass der Umbau des Denkmals für eine Hotelnutzung zwar teurer sein möge, als Abriss und Neubau, dass dies aber trotzdem wirtschaftlich zu führen sei, was Stolze bestreitet. Nachvollziehbare Berechnungen legt keine der beiden Seiten vor. Während die Denkmalschützer zudem Zuschüsse für den denkmalgerechten Umbau und Ausgleichzahlungen für Nachteile bei der Nutzung in Aussicht stellen, bemängelt Stolze, dass ihm niemand Zahlen nennen mag. Er vermutet deshalb, dass die Zuschüsse weit unter den Kosten liegen dürften.
Der vom Stadtrat vor anderthalb Jahren erhoffte Kompromiss (siehe Kasten "Chronologie") ist also nicht zustande gekommen. Dafür haben die Räte für ihre Beratung am kommenden Dienstag ein eindeutiges Urteil des Ministeriums, den Abriss zu verhindern. In diesem Fall würde Stolze klagen. Was passiert, wenn die Räte für den Abriss stimmen, ist unklar (siehe "Auf einen Blick: Die Rechtslage ist sehr verworren"). Nicht nur Stolze redet übrigens in diesen Tagen mit den Stadträten, auch die Bürgerinitiative "Rettet den Lieben Augustin" um Klaus Burger ist hinter den Kulissen aktiv. Wie die Abstimmung ausgeht, das traut sich derzeit niemand vorherzusagen.
Lindauer Zeitung vom 15.01.2010
Lieber Augustin muss warten
Lindau (Iz) - Der geplante Abriss oder Umbau des Lieben Augustin kommt voraussichtlich doch noch nicht in der nächsten Stadtratssitzung auf die Tagesordnung. Hoteleigentümer Robert Stolze hat um Aufschub gebeten.
Die Angelegenheit Lieber Augustin sollte ursprünglich in der Sitzung des Stadtrates am 26. Januar erneut beraten werden. Robert Stolze, der Eigentümer der betreffenden Häuser in der Ludwigstraße, hat Oberbürgermeisterin Petra Seidl jedoch mit einem Schreiben Ende des Jahres 2009 gebeten, das Thema zu verschieben, da er zur Wahrung seiner Interessen einen „fachkundigen Anwalt“ hinzugezogen habe. Auf dessen Anraten werden derzeit Untersuchungen gemacht, deren Ergebnisse bis zur Januar-Sitzung des Stadtrates nicht zur Verfügung stehen. Der Bauausschuss hatte Ende 2008 beschlossen, dass die beiden Häuser in der Ludwigstraße, in denen unter anderem die Gaststube „Zum lieben Augustin“ befindet, zum Abriss freizugeben. Nach Protesten hatte dann zunächst Oberbürgermeisterin Petra Seidl die Umsetzung des Beschlusses gestoppt. Im Februar 2009 hatte sich dann noch einmal der gesamte Stadtrat mit der Sache befasst und entschieden, dass der Hotelier Robert Stolze einen „planerischen Nachweis der positiven Auseinandersetzung mit der erhaltenswerten Denkmalsubstanz“ vorlegen müsse und dazu mit dem Landesamt für Denkmalschutz in einen „konstruktiven Dialog“ treten solle. Offenbar sind die Konsultationen mit dem Fachanwalt ein Teil dieses Prozesses.
Oberbürgermeisterin Seidl hat Stolze daraufhin mitgeteilt, dass sie „grundsätzlich bereit ist, diesem Wunsch Folge zu leisten“, aber um einen Hinweis bittet, bis wann die Untersuchungen abgeschlossen sind.
Lindauer Zeitung vom 12.12.2009
Lieber Augustin im Januar im Stadtrat
LINDAU (mb) - Die Aktion „Rettet den Lieben Augustin“ will von Oberbürgermeisterin Petra Seidl Informationen über den Sachstand. Nach der Mitteilung, dass in der Stadtratssitzung am 26. Januar 2010 noch einmal über die Zukunft des Lieben Augustin diskutiert werden soll, fordert Aktionssprecher Klaus Burger ein Gespräch mit der Stadtverwaltung.
Burger schreibt, dass die Oberbürgermeisterin der „Aktion zur Rettung des Lieben Augustin“ im April zugesichert habe, dass es einen erneuten Gesprächstermin geben werde, sobald ein Lösungsvorschlag für die Zukunft der historischen Gebäude in der Ludwigstraße vorliege. Nach der Mitteilung im Bauausschuss Anfang der Woche und der entsprechenden Meldung in der LZ gehe er davon aus, dass ein solcher Lösungsvorschlag auf dem Tisch liege. „Wir bitten Sie deshalb darum“, schreibt Burger weiter, „uns baldmöglichst mitzuteilen, ob derartige mit dem Denkmalamt einvernehmlich erarbeitete Lösungsvorschläge vorliegen oder nicht.“
Lindauer Zeitung vom 09.12.2009
Lieber Augustin im Januar im Stadtrat
LINDAU (mb) - Der Bauantrag für den Umbau des „Lieben Augustin“ in der Ludwigstraße kommt im Januar erneut in den Stadtrat. Dies teilte Oberbürgermeisterin Petra Seidl am Montag in einer Sitzung des Bauausschusses mit. Der Eigentümer der Gebäude hatte im Vorjahr beantragt, die beiden historischen Häuser in der Ludwigstraße abzureißen, um seinen Hotelkomplex zu erweitern. Der Bauausschuss hatte dem Antrag zunächst stattgegeben, in der Folge hatte sich das Bauamt jedoch geweigert, den Entschluss umzusetzen. Im Februar 2009 befasste sich dann noch einmal der gesamte Stadtrat mit der Sache und entschied, dass der Bauwerber (Hotelier Robert Stolze) einen „planerischen Nachweis der positiven Auseinandersetzung mit der erhaltenswerten Denkmalsubstanz“ vorlegen müsse und dazu mit dem Landesamt für Denkmalschutz in einen „konstruktiven Dialog“ treten solle.
Dies scheint inzwischen geschehen zu sein, und somit ist der Weg frei für die erneute Befassung des Stadtrats.
Lindauer Zeitung vom 14.11.2009
Ministerium prüft „Lieben Augustin“
LINDAU (dik) - Dass es beim geplanten Umbau des „Lieben Augustin“ nicht weitergeht, liegt am Kultusministerium. Laut Bauamtschef Georg Speth prüft das Ministerium, wie Lindau mit dem Umbauantrag umgehen soll. (...) (weiterlesen)
Lindauer Zeitung vom 18.02.2009
Stadtrat verschiebt Entscheidung zum Lieben Augustin
LINDAU (dik) Der Stadtrat hat am Dienstagabend keine Entscheidung zum geplanten Abriss des Lieben Augustin getroffen (....) weiterlesen
Lindauer Zeitung vom 11.02.2009
Lieber Augustin: Seidl will Abriss aussetzen
Oberbürgermeisterin Petra Seidl will die Entscheidung zum Abriss des Lieben Augustins aussetzen, bis sie auf ihre Rechtsmäßigkeit geprüft ist (...) weiterlesen
"Lindauer Zeitung" vom 11.02.2009
Denkmalschützer halten Abriss für illegal
LINDAU - Beim zweiten Treffen der "Aktion rettet den Lieben Augustin" haben wichtige Denkmalschützer den geplanten Abriss der Häuser in der Ludwigstraße illegal genannt. Ansonsten war bei dem zweistündigen Treffen im Sünfzen die Empörung groß, der Rat, ob und wie der Abriss zu verhindern ist, jedoch klein (...) weiterlesen
"Lindauer Zeitung" vom 22.01.2009
Lieber Augustin kommt in Stadtrat
LINDAU (mb) Oberbürgermeisterin Petra Seidl will den geplanten Abriss des Lieben Augustin im Stadtrat diskutieren. Das Thema soll am 17. Februar auf die Tagesordnung kommen (...) weiterlesen
"Lindauer Zeitung" vom 20.01.2009
Heimatpfleger fordern Erhalt
LINDAU / AUGSBURG (mb) Die schwäbischen Heimatpfleger haben eine Resolution zum Erhalt des Lieben Augustin verfasst. In einem Brief an OB Petra Seidl fordern sie den Erhalt der Häuser in der Ludwigstraße (...) weiterlesen
"Lindauer Zeitung" vom 17.01.2009
Müller will "Lieben Augustin" retten
LINDAU (lz) Die Freien Wähler wollen im Stadtrat nochmal über den geplanten Abriss des "lieben Augustin" beraten. Das beantragt Fraktionschef Jürgen Müller (...) weiterlesen
"Lindauer Zeitung" vom 16.01.2009
Lieber Augustin macht böses Blut
LINDAU - Die Auseinandersetzung um den geplanten Abriss des "lieben Augustin" geht in die nächste Runde. Es hat sich eine Aktionsgruppe "Rettet den lieben Augustin" gegründet, die bis zum Bayerischen Verfassungsgerichtshof gehen will, um den Abbruch der beiden Häuser in der Ludwigstraße zu verhindern (....) weiterlesen
Anzeige des Hoteliers Dr. Stolze in der Lindauer Zeitung vom 15.01.2009
Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger!
Die jüngsten Geschehnisse rund um die Genehmigung des Bauausschusses für die Abtragung der Gebäude Ludwigstraße 27 und 29 zwingen mich, mit diesem Schreiben an die Öffentlichkeit zu gehen, um ganz offensichtlich fehlende Informationen zu liefern (...)
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