Lindauer Zeitung

LZ 16.12.2011
Stadt konnte Abriss in Aeschach nicht verhindern
Verwaltung bedauert Verlust des Gebäudes
LINDAU (lz) - Mit Bedauern antwortet die Verwaltung auf Vorwürfe, die Stadt hätte den Abriss des Aescha-cher Hofs verhindern sollen. Das Gebäude „kündete als letztes in diesem Bereich vom einstigen Zentrum des Ortes Aeschach“, schreibt Hauptamtsleiter Christian Ruh in einer Pressemitteilung. „Die Stadtverwaltung bedauert den Verlust dieses stadtteilprägenden Gebäudes.“
Ruh erklärt weiter, dass der Abriss allein Sache des Grundstückseigentümers sei, da das Gebäude nicht unter Denkmalschutz stand.
Damit darf der Eigentümer es abreißen, wenn er das der Verwaltung fristgemäß anzeigt. Das sei in diesem Fall passiert. Ruh ergänzt, dass dem Stadtbauamt eine Bauvoranfrage für ein neues Wohn- und Geschäftshaus mit Tiefgarage vorliegt. Die Planungen würden derzeit durch den Architekten präzisiert. „Sobald und soweit ausreichend beurteilungsfähige Pläne eingegangen sind, wird sich der Bauausschuss der Stadt Lindau in öffentlicher Sitzung mit der Neugestaltung und städtebaulichen Integration des Vorhabens befassen.“
LZ vom 01.12.2011
Neubauplanung für den Lieben Augustin startet
Stadtrat billigt Entwürfe von Prof. Mäckler als Grundlage für den Ersatz des abgerissenen Denkmals
Von Dirk Augustin
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Dach und Hafenfassade abgerissen           Neubauskizzen Prof. Mäckler

LINDAU - Ein Runder Tisch wird die Planung des Neubaus für den Lieben Augustin begleiten. Das hat der Stadtrat am Dienstag auf Anregung des für die Petition zuständigen Aus­schusses des bayerischen Landtags beschlossen. Außerdem legten die Räte fest, dass der Architekt, den Ei­gentümer Robert Stolze auswählen kann, den Neubau auf Grundlage der Skizzen fertigen muss, die der Frank­furter Architekt Christoph Mäckler vorgelegt hatte.

Einstimmig   erklärten  sich  die Stadträte mit dem Vorschlag der Ver­waltung einverstanden. Damit hoben die Räte einen alten Beschluss auf, nach dem Stolze mehrere Planer hät­te beauftragen müssen, unter deren Entwürfen der Stadtrat den besten aussuchen wollte. Dabei handele es sich aber um ein Verfahren, das nicht nur teuer, sondern auch langwierig ist. Außerdem waren sich die Räte ei­nig, dass Mäckler bereits einen sehr hochwertigen Entwurf vorgelegt ha­be. Wie berichtet, hatte Mäckler aber den Auftrag abgelehnt, einen Neu­bau zu planen. Deshalb muss Stolze nun einen neuen Architekten su­chen, der auf Mäcklers Ideen auf­baut.
Die vorgelegten Skizzen haben al­le Räte überzeugt. „Das ist eine Geste des Bauherrn an die Kritiker“, lobte Alexander Kiss (BL) und freute sich, dass das gewohnte Stadtbild an die­ser Stelle im Prinzip erhalten bleibt. Josef Stark (CSU) sprach von einer „sehr, sehr guten Lösung“. Angelika Rundel (SPD) freute sich, dass die Fassade zur Ludwigstraße erhalten bleiben soll, denn das sei den Lin­dauern wichtig. Außerdem sichere der Entwurf eine hohe architektoni­sche Qualität. Christian Herrling vom Bauamt ergänzte, dass der Neu­bau von Norden her dem Altbau so ähnlich sehe, dass Laien der Unter­schied gar nicht auffallen werde.
Während Jürgen Müller (FW) rückblickend kritisierte, dass sich die Stadtratsmehrheit über die Denkmalschützer und das Ministerium hinweggesetzt hatten, findet Gün­ther Brombeiß (FB) genau das nach wie vor gut. Man müsse nicht alles machen, nur weil eine „untergeord­nete Behörde“ das so wolle. Müller dagegen fürchtet die Folgen für die Insel: „Wir werden es in Lindau künf­tig nicht leichter haben, Denkmal­schutz zu betreiben.“
Die meisten Räte wollten in die­ser Sache aber nicht mehr nachkarteln, zumal der Abriss schon in vol­lem Gang ist. Über den Zeitablauf und die Frage, wann es mit dem Neu­bau losgeht, gab es am Dienstag noch keine Antwort. Seidl sicherte zu, dass neben dem Landesamt für Denkmalschutz, dem Landesdenkmalrat und dem Kunstministerium auch jede Stadtratsfraktion einen Sitz an dem Runden Tisch bekom­men werde. Wenn die Pläne fertig'sind, sollen sie zunächst im Bauausschuss vorberaten, dann aber auf je­den Fall auch in den Stadtrat kom­men, bevor die Stadt grünes Licht ge­ben wird für den Neubau.
LZ, 29.11.2011
Bürgerinitiative ist enttäuscht vom Scheitern der Petition
Abgeordnete sahen keine Handhabe für ein Einschreiten beim Lieben Augustin
LINDAU/MÜNCHEN (lz) - Mit Be­dauern nimmt die Bürgerinitiative (BI) zur Kenntnis, dass auch ihre Pe­tition den Abriss des Lieben Augus­tin nicht verhindert hat. Nun hoffen sie für künftige Fälle auf eine Ver­schärfung des Denkmalschutzrech­tes. Drei Mitglieder der BI haben die Ausschusssitzung im bayerischen Landtag verfolgt und berichten in ei­ner Pressemitteilung aus ihrer Sicht.
So hätten verschiedene Mitglie­der des Ausschusses bemängelt, dass es keine rechtliche Handhabe gab, den Abriss zu verhindern. Der Stadt Lindau wurde eine „exzessive" Aus­legung ihrer rechtlichen Befugnisse bescheinigt und mangelnde Abspra­che mit den Landesbehörden. Abge­ordnete hätten auch die Tatsache kri­tisiert, dass die Stadt den Abriss ge­nehmigt hatte, ohne dass eine abge­stimmte Neubauplanung vorliegt. Aufgrund eines Grundsatzurteils des Verwaltungsgerichtshofes sah der Petitionsausschuss jedoch keine rechtliche Handhabe für ein Ein­schreiten.
Ein Vertreter des Landesamts für Denkmalpflege habe erklärt,  dass seine Behörde den Abriss zunächst ablehnte, diese Haltung jedoch auf­gab, nachdem das übergeordnete Mi­nisterium aufgrund nicht näher spe­zifizierter „neuer Erkenntnisse" die­ses Abrissverbot aufhob. Dass der Petitionsausschuss dieses Verfahren nicht hinterfragt hat, bedauert die Lindauer BI. Denn der Initiative „Rettet den lieben Augustin" liegen bis heute keine Informationen zu diesen „Erkenntnissen" vor, sie hatte sich deshalb durch die Petition Nä­heres erhofft.
Landtagsabgeordneter als Lobbyist
CSU-Landtagsabgeordneter Tho­mas Goppel hat sich aus Sicht der BI „als Lobbyist der Firma Stolze" geriert. Er habe berichtet, dass die Ho­teliersfamilie das Hotel in fünfter Generation betreibe und zwingend auf das Wellnessbad angewiesen sei. Goppel habe nicht verschwiegen, dass er schon mehrfach Gast in dem Hotel war. Nicht erwähnt habe Gop­pel, „dass er bereits im Vorfeld Einfluss auf die Entscheidung genom­men hatte", schreibt die BI. Der Denkmalschutz sei in seinem Bericht so gut wie gar nicht vorgekom­men.
Bei der Erörterung habe auch die Frage eine Rolle gespielt, ob der Ab­riss schon unwiederbringlich vollzo­gen sei. Wahrend Goppel das bejahte, so dass sich die Petition sowieso er­übrigt hätte, hätten die Bl-Vertreter widersprochen. Goppel habe außer­dem berichtet, dass er dem Hotel­eigner erklärt hatte, dass die Petition kein aufschiebende Wirkung für den Abriss habe.
Laut BI hätten auch CSU-Abge­ordnete das Verfahren „als außeror­dentlich unbefriedigend bezeich­net". Sie forderten ein besser auf Gü­terabwägung zwischen den Belan­gen des Denkmalschutzes und den Interessen der Eigentümer Verfah­ren. Ein Ausschussmitglied habe ei­ne Initiative zur Änderung des Denk­malschutzgesetzes angekündigt, um diesen Missstand zu beseitigen.
Die Bürgerinitiative ihrerseits kündigt an, dass sie im Internet unter der Adresse www.rettet-den-lieben-augustin.de den Abriss und den dann folgenden Neubau dokumentieren werde.
LZ vom 14.11.2011
Heute rückt der Kran am „Lieben Augustin“ an
LINDAU (jtw) - Die Vertreter der Aktion „Rettet den Lieben Augustin“ fürchten um das Traditionshaus, das der Besitzer gerne abreißen möchte. Heute soll ein Baukran aufgestellt werden, deshalb ist ganztägig die Ludwigsstraße gesperrt. Klaus Burger, Sprecher der Aktionsgruppe, befürchtet nun, der Besitzer des Bayerischen Hofs, Robert Stolze, wolle vollendete Tatsachen schaffen, bevor sich der zuständige Landtagsaus-schuss für Hochschule, Forschung und Kunst in seiner nächsten Sitzung am Mittwoch, 23. November, mit der Angelegenheit befasst hat.
Die Aktion hat eine Petition an den Ausschuss gesandt, um den Abriss, dem der Stadtrat bereits zugestimmt hat, noch zu verhindern. Burger hat sich auch noch in einem Schreiben an Oberbürgermeistern Petra Seidl gewandt. Er fordert sie darin auf, den Vollzug des Abrisses so lange auszusetzen, bis die Parlamentarier über die Petition entschieden haben.
Stolze hatte bereits einmal vor einigen Wochen einen Baukran aufstellen wollen, dann aber davon abgesehen, um kein weiteres Öl ins Feuer zu gießen. Zudem hat er zugesichert, die Nordfassade Richtung Ludwigsstraße weitgehend unversehrt zu lassen.
Der Neubau soll unter anderem ein Hallenbad für die Hotelgäste beherbergen. Allerdings liegen derzeit noch keine genauen Planungen vor, wie das neue Gebäude an dieser Stelle aussehen könnte. Ein Umstand, der für zusätzlichen Unmut bei den Unterstützern des „Lieben Augustin“ sorgt. Burger fordert von der Stadt, den Abriss erst zuzulassen, wenn auch die Pläne für den Neubau auf dem Tisch liegen. Stolze war gestern für eine Stellungnahme nicht erreichbar, er wird erst am Mittwoch zurück sein, erklärt eine Sprecherin des Hotels „Bayerischer Hof“.
LZ vom 21.10.2011
Abriss beginnt frühestens Mitte November
LINDAU (dik) - Während sich Denkmalschützer freuen über die Nachricht, dass Hotelier Robert Stolze den Abriss des Lieben Augustin mindestens um vier Wochen verschieben muss, ist Stolze verärgert, weil ein privater Briefwechsel zwischen dem Architekten Christoph Mäckler und ihm öffentlich geworden ist. Dies sei umso ärgerlicher, weil Mäckler sich offensichtlich nicht mehr an die genauen Absprachen und Verhandlungsergebnisse erinnere, sagte Stolze gestern zur LZ. Mäcklers Entwurf einschließlich Erhalts der Arkaden und Teilen der Fassaden fänden nach wie vor seine Zustimmung.
Stadtbaudirektor Georg Speth bestätigte gestern im Gespräch mit der LZ Stolzes Angaben im Wesentlichen. Demnach sei nie die Rede davon gewesen, dass Stolze die komplette Fassade zur Ludwigstraße hin abreißen lasse, auch wenn er das laut dem Genehmigungsbescheid  der Stadt nach Beschluss des Stadtrats dürfte. Speth hat Stolze den Frankfurter Architekten Mäckler empfohlen, weil der ein Händchen habe für Bauten in historisch gewachsenen Stadtbildern. Speth lobte die bisher entstandenen Pläne. „Auf den Entwürfen kann man immer noch sehr gut aufbauen.“ Teil der Pläne sei im Übrigen ein Erhalt des Großteils der Nordfassade.
Thema kommt noch dieses Jahr in den Bauausschuss
Speth berichtet weiter, dass die Verwaltung den Bauausschuss am 15. November oder am 12. Dezember über die Geschehnisse und das weitere Vorgehen informieren werde. Den geplanten Abriss habe Stolze am 13. Oktober angezeigt, dann müsse der Hotelier laut Gesetz einen Monat warten, bevor er dem Gebäude tatsächlich mit Kran und Abrissarbeitern zu Leibe rücken darf. Stolze muss sich nun einen neuen Architekten suchen, dessen Pläne für einen Neubau dann erneut in den Bauausschuss müssen. Bauen darf er erst, wenn die rechtsgültige Baugenehmigung vorliegt.
LZ vom 20.102011
Der Liebe Augustin hat Gnadenfrist
Architekt Mäckler verzichtet auf den Auftrag - Stolze bestellt Kran ab
Von Jürgen T. Widmer
LINDAU - Der „Liebe Augustin“ bekommt eine Galgenfrist. Eigentlich sollte heute in der Ludwigstraße ein Kran aufgestellt werden. Auftraggeber: Robert Stolze, Besitzer des Hotels Bayerischer Hof. „Das hängt natürlich mit am Abriss zusammen“, antwortete Stolze gestern Vormittag auf eine Nachfrage der Lindauer Zeitung. Weitere Kommentare wollte er zunächst nicht abgeben. „Da wurde bereits genug durch den Kakao gezogen, das wird langsam langweilig“, so Stolze weiter. Stolze will anstelle der beiden historischen Bürgerhäuser ein Hotelschwimmbad und einen Erweiterungsbau für sein Hotel erstellen.
Am frühen Abend gab Stolze dann Entwarnung bei einem Besuch in der Redaktion der Lindauer Zeitung. „Ich habe den Kran abbestellt, wann er kommt, ist fraglich“, so Stolze. Er will nach eigenen Angaben unnötigen Wirbel verhindern. Noch könnte er nicht zum Abriss schreiten, weil die entsprechende Abrissanzeige im Lindauer Rathaus noch nicht abschließend geprüft wurde, wie OB Petra Seidl gestern der Lindauer Zeitung mitteilte.
Allerdings muss er dies ohne das renommierte Architekturbüro Christoph Mäckler tun. Auf der Internetseite der Bürgerinitiative „Rettet den lieben Augustin“ findet sich ein Schreiben Mäcklers an Stolze.
Arkaden sollen stehen bleiben
Darin heißt es: „Wir sind etwas überrascht, dass Sie uns nun doch als Architekten für Ihre Baumaßnahme „Hotel Bayerischer Hof“ in Lindau wollen, obwohl Sie seinerzeit unseren Vorschlägen bei der Beratung Ihres Objektes nicht gefolgt sind. Wir hatten Ihnen damals Pläne unterbreitet, die von einem Erhalt der historischen Arkade ausgegangen sind. Und wir waren sogar der Meinung, dass ein Schwimmbad an dieser Stelle das Gesamtensemble Ihres Hotelkomplexes stören wird, weil die Wegebeziehungen durch die Baumaßnahme hier getrennt werden. Wir halten einen Abriss des Erdgeschosses („Lieber Augustin“) für nicht richtig und sehen in der Zerstörung der alten Fassade einen nicht wieder gut zu machenden Fehler, weshalb wir als Architekten von einer Beauftragung absehen möchten.“
Das Architektenbüro Mäckler hat gegenüber der Lindauer Zeitung bestätigt, dass dieses Schreiben so an Stolze gesandt wurde. Allerdings sei es an Stolze persönlich gerichtet gewesen und nicht zur Veröffentlichung gedacht gewesen.
Stolze ist vom Schreiben der Architekten überrascht. „Wir hätten gerne den Entwurf mit Professor Mäckler realisiert.“ Stolze verweist auch auf ein Schreiben, in dem er Mäckler noch einmal mitgeteilt hat: „Auch bei der Gestaltung der Fassade zur Ludwigsstraße hatten wir Konsens darüber, dass die Arkaden mit Teilen der Fassade bestehen bleiben können.“ Stolze geht sogar noch weiter. „Ich kann mir sogar vorstellen, die komplette Nordfassade zur Ludwigsstraße hin stehen zu lassen.“
Beim Schwimmbad sieht er allerdings keine anderen Möglichkeiten. Das vorhandene Freibad soll bestehen bleiben. „Wenn wir es überdachen würden, könnten wir vom Büfett-Raum aus nicht mehr aus dem Fenster sehen“, begründet Stolze den Neubau.
OB Seidl bezeichnet Abriss als des Lb. Augustin Erfolg ihrer Wirtschaftpolitik, LZ 30.09.2011
Hier ein Ausschnitt aus dem Bericht der Lindauer Zeitung. Den ganzen Artikel können Sie hier lesen.
Dritter Anlauf: Seidl will weiter die Spur halten

Freie Bürger schicken die Amtsinhaberin für eine dritte Runde in den Oberbürgermeister-Wahlkampf
Die Freien Bürger wollen für OB Petra Seidl eine dritte Amtszeit.  (...)
Dass Seidl gegen voraussichtlich vier Bewerber antreten will, lockte nicht nur Mitglieder. Denn es waren nur 15 Freie Bürger da, unter ihnen Bodolz‘ Ex-Bürgermeister Stephan Bock und Hotelier Robert Stolze. (...)
Seidl nannte auch die Ansiedlung der Firma Kremler in Unterreitnau und den Abriss des Lieben Augustin als Erfolge ihrer Wirtschaftspolitik.
LZ vom 10.09.2011
Petition: Bürger wollen Denkmal retten
Hotelier räumt den „Lieben Augustin“ leer – Termin für den Abriss steht noch nicht
LINDAU (dik) - Im Internetforum der Lindauer Zeitung auf schwäbische.de behaupten Lindauer bereits, der Abriss des „Lieben Augustin“ stünde bevor. Doch so weit ist es noch nicht, Hotelier Robert Stolze bestätigt der LZ aber, dass seine Mitarbeiter in den betroffenen Gebäuden „umräumen“. Das betreffe vor allem die Möbel. Stolze bestätigte zudem, dass er mit dem Ausbau der historischen Gaststube begonnen habe. Stolze hatte bei allen Diskussionen um den Erhalt der denkmalgeschützten Gebäude in der Ludwigstraße stets betont,dass er bereit sei, die Gaststube ausbauen zu lassen, dass man sie in einem Museum oder einem anderen geeigneten Raum wieder aufbauen kann.
Der Hotelier widersprach aber der Vermutung, dass in Kürze der Abriss bevorsteht. „Es hängt nicht nur von mir ab.“ Denn die Pläne für den Neubau beispielsweise müsse er mit der Stadt abstimmen. Das alleslaufe gerade. Auf die Frage, wann er den Abriss plant, antwortet Stolze knapp: „Ich weiß es nicht.“ Da seien noch zu viele Fragen offen.
Lindauer reichen Petition ein
Derweil versuchen Lindauer Denkmalschützer um den früheren Stadtbaudirektor Klaus Burger, den Abriss doch noch zu verhindern. 70 Frauen und Männer haben bisher eine Petition an den zuständigen Ausschuss des Bayerischen Landtags unterschrieben, den Abriss zu stoppen. Neben den Lindauern hat auch der renommierte Denkmalrechtsexperte Dieter Martin aus Bamberg eine Petition eingereicht.
Die Lindauer verweisen ebenso wie Martin darauf, dass die Abbrucherlaubnis der Stadt wichtige Gesetze missachte. Hinzu komme, dass die Stadt im Gegensatz zur sonst üblichen Praxis auf der Insel auf eine archäologische Untersuchung oder entsprechende Grabungen verzichte. Ein Fehler sei es auch gewesen, den Abbruch zu erlauben, ohne die Pläne für den geplanten Neubau zu kennen.
Zu guter Letzt verweist die Bürgerinitiative darauf, dass die Stadt hier ein ganzes Denkmal abreißen lässt, während sie anderen Hausbesitzern bei Renovierung, Umbau oder Erweiterung hohe Auflagen mache. Damit verstoße die Stadt gegen die Grundsätze der Gleichbehandlung. Martin erkennt in der Begründung des Abrissbescheides, dass es sich um eine Sondersituation handle, die keine Bezugsfälle erwarten lasse, einen „eindeutigen Beleg dafür, dass die Entscheidung willkürlich ohne sachlichen Grund erfolgte.“
Damit Stolze bis zur Entscheidung des Petitionsausschusses, wahrscheinlich im Oktober, nicht Fakten schaffen kann, fordert Burger in einem Brief an OB Petra Seidl, dass die Stadt den Vollzug des Abbruches aufschieben soll.
LZ vom 07.06.2011
Lieber Augustin darf abgerissen werden
Regierung von Schwaben und Kunstministerium bestätigen Beschluss des Stadtrats
Das Gebäude des "Lieben Augustin" (kleines Haus zwischen den hotels Bayerischer Hof und Reutemann) darf abgerissen werden. (Foto: Archiv)
Lindau / dik Hotelier Robert Stolze darf das Gebäude „Lieber Augustin“ abreißen. Die Regierung von Schwaben hat den entsprechenden Beschluss des Stadtrats vom Juli vergangenen Jahres bestätigt.
Die Regierung teilt der Stadt im Schreiben vom 6. Juni mit, dass die Behörde in Abstimmung mit dem Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst keine Einwände gegen den mit 21:9 Stimmen erfolgten Beschluss für den Abriss erheben wird. Oberbürgermeisterin Petra Seidl freut sich: „Der mehrheitliche Beschluss des Stadtrates ist rechtmäßig.“
s. dazu Kommentar aus der BI
LZ vom 18.12.2010
Entscheidung verzögert sich weiter
LINDAU (dik) - Ob der „Liebe Augus­tin“ nun abgerissen werden darf oder stehen bleiben muss, das wird die Regierung von Schwaben erst im nächsten Jahr entscheiden. Presse­sprecher Karl-Heinz Meyer erklärt auf Anfrage der LZ; dass es vor etwa drei Wochen ein Spitzengespräch ge­geben habe, bei dem die Behörden­vertreter auch Eigentümer Robert Stolze gehört haben. Dabei habe man verabredet, dass Stolze eine „ergän­zende Stellungnahme“ beibringen werde. „Und auf die warten wir noch.“ Sobald die eingegangen ist, werde die Regierung entscheiden, ob das denkmalgeschützte Gebäude ge­mäß dem Mehrheitsbeschluss des Lindauer Stadtrats abgerissen wer­den darf. Wie berichtet, hatte das Wissenschaftsministerium die Re­gierung aufgefordert, den Beschluss der Lindauer einzukassieren.
LZ vom 22.10.2010
Lieber Augustin: Verfahren ruht
LINDAU (dik) - Die Regierung von Schwaben hofft doch noch auf ei­nen Kompromiss beim Streit um den „Lieben Augustin“. Noch in diesem Monat will man einen letz­ten Gesprächsversuch machen.
Das offizielle Verfahren sei derzeit ausgesetzt, berichtete Karl-Heinz Meyer, Pressesprecher der Regie­rung, gestern auf Nachfrage der LZ. Die Regierung hoffe, das Stadt, Denkmalschutz und Eigentümer an einem Runden Tisch doch noch eine Lösung finden, mit der alle Seiten einverstanden sind. Dieses Ge­spräch finde noch in diesem Monat statt, ergänzte Meyer. Dabei ent­scheide sich, ob die Regierung das Verfahren wieder aufnimmt oder ob es eine einvernehmliche Lösung gibt. Wie berichtet, hatte das Kultus­ministerium vor den Sommerferien die Regierung gebeten, einen Beschluss des Stadtrats zu kassieren. Die Räte hatten mehrheitlich gegen den Willen des Landesamts für Denkmalschutz dem Abriss des denkmalgeschützten Gebäudes zu­gestimmt, damit Robert Stolze, Ei­gentümer des Hotelkomplexes Bayerischer Hof und Reutemann, ei­nen neuen Verbindungsbau errich­ten kann, in dem unter anderem ein Pool Platz finden soll.
LZ vom 09.11.2010
„Lieber Augustin“: Verfahren läuft
LINDAU (dik) - Nach wie vor ist of­fen, ob Hotelier Robert Stolze den „Lieben Augustin“ abreißen darf oder nicht. Die Regierung von Schwaben teilt mit: „Das Verfahren läuft“.
Dass zum Tag des offenen Denk­mals ein Stadtratsbeschluss steht, der den Abriss eines denkmalge­schützten Gebäudes auf der Insel erlaubt, regt Klaus Burger auf. Der frühere Bauamtsleiter, der heute Sprecher einer Bürgerinitiative „Rettet den Lieben Augustin“ ist, argwöhnt, dass die Verantwortli­chen in Lindau ihre Parteikontakte nach München nutzen, um den Ab­riss durchzubekommen. „Wozu hat man in Bayern schließlich einen FDP-Minister für Wissenschaft, Forschung und Kunst, dem auch das Landesamt für Denkmalpflege un­tersteht?“, schreibt Burger. Immer­hin habe die FDP schon die Steuer­erleichterungen für Hotels durch­gesetzt.
Wie berichtet, hatte das Ministe­rium vor den Ferien den Beschluss des Stadtrats für den Abriss kassie­ren lassen. Die Regierung von Schwaben soll den Abriss verhin­dern. Die Prüfung laufe noch, sagte Karl-Heinz Meyer, Pressesprecher der Behörde, gestern auf Anfrage der LZ. Wie lange es bis zur Ent­scheidung dauert, konnte oder woll­te er gestern nicht sagen.
LZ vom 27.07.2010
Lieber Augustin“: Regierung lässt sich Zeit
LINDAU (dik) - So schnell wird das nichts mit einer Entscheidung über den Abriss des Lieben Augustin“. Die Regierung von Schwaben will zunächst eine Stellungnahme der Stadt, Das Verfahren werde einige Wochen dauern.
Ein paar Wochen Zeit müssen Sie den beteiligten Steilen schon geben“, sagte Karl-Heinz Meyer, Pressesprecher der Regierung von Schwaben, gestern im Gespräch mit der LZ, Nach­dem am Vormittag die Bitte des Kunstministeriums eingegangen war, dass die Regierung den Beschluss des Stadtrats auf Abriss des Lieben Au­gustin“ ungültig machen soll.
Dabei gibt es zwei Wege: Die Re­gierung könnte den Stadtrat anwei­sen, das Thema erneut auf die Tages­ordnung zu nehmen und diesmal ge­gen den Abriss zu stimmen, oder die Regierung könnte gleich selbst den Beschluss außer Kraft setzen und den Abriss verhindern. Zu guter Letzt könnte die Regierung natürlich auch die Bitte des Ministeriums ablehnen und den Beschluss auf Abriss stehen lassen. Das erscheint im Moment aber als unwahrscheinlich.
Stadtjurist Achim Frey ist ge­spannt auf das Schreiben aus Augs­burg. Frey kann sich nicht erinnern, dass Lindau eine solche Weisung je­mals erhalten hat. Die anschließend möglichen rechtlichen Wege sind viel­fältig. Gegen einen ablehnenden Be­scheid auf seinen Abrissantrag kann Eigentümer Robert Stolze klagen, ge­gen die Stadt, wenn diese zum entsprechenden Bescheid gezwungen wird, oder gegen den Freistaat, wenn die Regierung von Schwaben den entsprechenden Beschluss vornimmt. In beiden Fällen hat auch die Stadt möglicherweise ein Klagerecht. Stolze kann außerdem eine sogenannte Un­tätigkeitsklage erheben, wenn ihm das Verfahren zu lange dauert. Er hat ein Recht darauf, dass spätestens drei Monate nach seinem Antrag ent­schieden wird.
Oberbürgermeisterin Petra Seidl sieht die weiteren Schritte gelassen, hat sie doch schon in der Stadtratssitzung vor einer Woche angekündigt, dass Ministerium und Regierung wohl einschreiten werden. Deshalb haben die Räte ihren Beschluss ausdrücklich unter den Vorbehalt der Prüfung durch die Rechtsaufsichtsbehörden gestellt. Auch sie ist gestern vom Mi­nisterium offiziell informiert worden. Über weitere Schritte wollte sie ges­tern nicht spekulieren, erst warte sie ab, wie die Regierung vorgeht.
LZ vom 24.07.2010
Ministerium will Abriss verhindern
LINDAU (dik) - Das bayerische Kunstministerium will den Lieben Augustin“ unbedingt erhalten. Die Regierung von Schwaben soll den Beschluss des Stadtrates für den Abriss außer Kraft setzen.
Kunstminister Wolfgang Heubisch hat auf Anraten seiner Beamten tat­sächlich schnell entschieden. Um 15.37 Uhr gestern Nachmittag ging die entsprechende Pressemitteilung bei der LZ ein. Darin erklärt das Minis­terium erneut, dass es keinen Rechts­anspruch auf Abrissgenehmigung sieht. Als Untere Denkmalbehörde dürfe die Stadt deshalb die entsprechende Genehmigung nicht erteilen. Die Räte hätten keinen Ermessens­spielraum gehabt. Aus diesen Grün­den hat das Staatsministerium die Re­gierung von Schwaben als zuständige Fachaufsichtsbehörde gebeten, die Stadt Lindau anzuweisen, den Antrag auf Erteilung einer Erlaubnis zum Ab­bruch für den ,Lieben Augustin' abzu­lehnen und den gegenteiligen Be­schluss des Stadtrats vom 20.7.2010 nicht zu vollziehen“, heißt es in der Er­klärung. Ministeriumssprecherin Christa Malessa fügte hinzu, das Mi­nisterium habe dies der Stadt vorab in einem Brief erklärt. Sie bedauerte, dass dieses als Erläuterung der Rechts­lage gemeinte Schreiben missverstan­den worden war. Bei der Regierung von Schwaben war gestern Nachmit­tag niemand mehr zu erreichen. (siehe Anmerkung unter "Bürger aktiv / Aktionsgruppe  Lieber Augustin")
Kommentar von Dirk Augustin in der LZ vom 23.07.2010
Der Stadtratsbeschluss ist umstritten. Die Räte haben es aber verdient, dass man nicht vorschnell urteilt.
Denkmalschutz ist kein Selbstzweck
Von Dirk Augustin
Auch wenn man über die Entschei­dung des Stadtrats zum Abriss des „Lieben Augustin“ na­türlich treff­lich streiten darf – die Räte haben Respekt verdient. Sie haben sich ihre Entscheidung nicht einfach gemacht. Und die Behörden haben kaum etwas dazu beigetragen, dass es leichter geworden wäre. Wenn die Beamten in München sich hinsichtlich der Rechtslage tatsächlich so sicher wären, dann hätten sie die Entscheidung gleich selbst treffen können, anstatt sie in die Hände der Räte zu legen. Die lassen sich zu Recht nicht gerne diktieren, wie sie abstimmen, Das hätte mit einem freien Mandat gar nichts mehr zu tun.
Allein aus diesem Grund ist es verständlich, dass die Räte sich anders entschieden haben. Dafür gibt es aber auch gute sachliche Gründe. Denn ein Denkmal, das nicht mit Leben gefüllt ist, ist wertlos. Die Insel darf nicht zum Museum verkommen, hier muss Leben möglich sein.
Dazu gehört, dass man Gebäude so abdichtet, dass man Heizkosten spart, dazu gehören Solaranlagen auf den Dächern und eben auch ein Abriss, wenn es anders nicht möglich ist.
In diesem Sinne haben die Räte nicht Recht, die von einem Einzelfall reden. Denkmalschutz darf nicht zum Selbstzweck werden. Die Insel ist nur deshalb so schön, so vielfältig, weil hier die Menschen in all den Jahrhunderten immer wieder umgebaut und modernisiert haben, nach dem jeweiligen Zeitgeschmack. Auf Denkmäler hat da nie jemand Rücksicht genommen. So sind viele der wunderschönen barocken Kirchen in Süddeutschland nur möglich, weil die damaligen Bauherren rücksichtslos schöne romanische oder gotische  Kirchen dem Zeitgeist angepasst haben.
So was muss heute auch möglich sein. Dabei ist ein ständiger Streit darüber nötig, was sinnvollerweise erhalten bleiben muss und was verschwinden darf. Ideologische Grundsätze helfen da aber nicht weiter. Für diesen Fall bedeutet das: Die Fassade zur Ludwigstraße sollte bleiben, und die Gaststube des „Lieben Augustin“ sollte irgendwo wieder eingebaut werden.
Dann kann Robert Stolze sein Hotel bauen.
LZ vom 23.07.2010
Lieber Augustin: Minister zögert noch
(LINDAU/sz) Das Kunstministerium hat noch nicht entschieden, wie es auf den Beschluss des Stadtrats zum Abriss des „Lieben Augustin“ antworten will. Nachdem der Stadtrat am Dienstagabend für den Abriss gestimmt hatte, gab es gestern Lob und Kritik.
Von unserem Redakteur Dirk Augustin
„Wir sind doch noch nicht ganz so weit“, sagte Christa Malessa, Pressesprecherin des Kunstministeriums gestern Nachmittag im Gespräch mit der LZ. In einem solchen Fall treffe der Minister die letzte Entscheidung. Wolfgang Heubisch (FDP) sei aber noch nicht dazu gekommen, den Vorgang abschließend zu bewerten. „Es wird ganz schnell eine Entscheidung getroffen“, fügte Malessa hinzu, entweder heute oder zu Beginn der kommenden Woche.
Beschwerde gegen Seidl
In Lindau sorgte die Entscheidung währenddessen für unterschiedliche Reaktionen. Der frühere Stadtrat Michael Zeller legte beim Landratsamt Dienstaufsichtsbeschwerde gegen Oberbürgermeisterin Petra Seidl ein, weil diese mit ihrer Stimme für den Abriss wissentlich gegen geltendes Recht verstoßen habe. „Wenn das Schule macht …“, schimpfte Zeller gestern. Als Chefin der Verwaltung müsse sich die OB an die Gesetze halten.
Ähnlich urteilt Klaus Burger, Sprecher der Bürgerinitiative „Rettet den Lieben Augustin“, der Seidls Abstimmungsverhalten „niederschmetternd und empörend“ nennt. Seidl habe „leider kein Gespür zur besonderen städtebaulichen Qualität“ der Insel gefunden. Dass der Stadtrat dem Abbruch zugestimmt hat, sei „ein Schlag ins Gesicht eines jeden Bürgers, der in den vergangenen Jahrzehnten mit hohem Aufwand sein unter Denkmalschutz stehendes Gebäude erhalten hat“. Die Bürgerinitiative werde nun prüfen, wie sie dazu beitragen kann, „dieser Entwicklung zum Schaden der historischen Substanz zukünftig Einhalt zu gebieten“.
IHK lobt den Stadtrat
Ganz anders die IHK, deren Vorstand lobt: „Damit liefert der Stadtrat einen wichtigen Beitrag, die Zukunftsfähigkeit des Hotelunternehmens der Familie Stolze zu sichern“, schreibt IHK-Regionalvorsitzender Thomas Holderried, der die Entscheidung des Stadtrats gegen den Willen des Ministeriums „mutig“ und „autonom“ nennt. So hätten die Räte „deutlich gemacht, dass ihm die Belange der Wirtschaft in der Stadt wichtig sind“. Vom Ministerium erwartet die IHK, dass es die Entscheidung des Stadtrats respektiert, damit sich das Fünf-Sterne-Hotel entwickeln kann.
Wie gestern kurz berichtet, hatte der Stadtrat am späten Dienstagabend mit 21:9 Stimmen den Abriss gebilligt. Ausdrücklich stellten die Räte den Beschluss unter den Vorbehalt der Prüfung durch höhere Behörden und das Ministerium. Außerdem machten sie zur Auflage, dass Hotelier Robert Stolze das neue Gebäude nur gemeinsam mit einem Berater planen darf, den die Stadt bestimmt.
Bauamtsleiter Georg Speth und sein Mitarbeiter Christian Herrling hatten zuvor nochmals das gesamte Verfahren in Erinnerung gerufen. Denkmalschutz habe Verfassungsrang, und es sei Stolze nicht gelungen, ausreichende Beweise dafür zu bringen, dass die Instandhaltung für ihn nicht zumutbar sei. Nach Meinung aller höheren Stellen lasse die Rechtslage keinen anderen Beschluss zu, als den Antrag auf Abriss abzulehnen. Dann bleibe Stolze der Gang vor die Verwaltungsgerichte.
Das aber passte den Räten gar nicht. Wenn die Rechtslage so eindeutig sei, dann hätte das Ministerium eine Anweisung formulieren sollen oder gleich selbst entscheiden, klagten Redner aller Fraktionen. Wenn sie keine Wahl hätten, sei die Abstimmung eine Schau. Allein schon aus „Bürgerstolz“ wende er sich gegen einen solchen Zwang, gab Ulrich Kaiser (BL) zu Protokoll. Die Gegner sahen sich dagegen – bei allem Verständnis für Stolze – außerstande, gegen offenkundig geltendes Recht zu beschließen.
LZ vom 23.07.2010
So wurde abgestimmt
21 Stadträte dafür, neun dagegen
21 Stadträte haben für den Abriss des Lieben Augustin“ ge­stimmt, neun waren dagegen. Hier ist die Namensliste:
Auf Antrag von Bürgermeister Uwe Birk (SPD) haben die Räte ihre Ent­scheidung in namentlicher Abstim­mung gegeben. CSU und FB haben komplett dafür gestimmt, in den anderen Fraktionen gab es Befür­worter und Gegner. Ralf Guggenmos (FB) war nicht anwesend.
Für den Abriss waren Oberbür­germeisterin Petra Seidl, Bürger­meister Karl Schober (CSU) sowie Willy Böhm, Stefan Büchele, Roland Freiberg, Thomas Hummler, Her­mann Kreitmeir, Elmar Mauch, Hannelore Pontes, Hariolf Prinz, Stefan Rösler, Josef Stark, Andreas Willhalm (alle CSU), Günther Brom­beiß, Heribert Hostenkamp und Er­win Unseld (alle FB), Bärbel Heu­mann und Ulrich Kaiser (beide BL), Uli Gebhard und Angelika Rundel (beide SPD) sowie Dieter Fürhaupter (FW).
Dagegen haben gestimmt: Matthias Kaiser, Alexander Kiss, Pe­ter Triloff und Max Strauß (alle BL), Katrin Dorfmüller und Bürgermeis­ter Uwe Birk (beide SPD), Ursula Krieger und Jürgen Müller (beide FW) sowie Xaver Fichtl (ÖDP). (dik)
Lindauer Zeitung vom 22.07.2010
Räte stimmen für den Abriss
LINDAU (dik) - Der Stadtrat hat am späten Dienstagabend den Abriss des Lieben Augustin“ mit großer Mehrheit genehmigt. Doch das bayerische Kunstministerium wird den Beschluss wohl aufheben. Dann landet der Streit vor dem Verwaltungsgericht.
Auch wenn Juristen vorher gewarnt hatten, ein Beschluss für den Abriss sei rechtswidrig, die große Mehrheit der Räte sah das anders. Lediglich neun Mitglieder von BL, SPD, FW und ÖDP stimmten gegen den Abriss, alle anderen hielten die Gründe des Hoteliers Robert Stolze für überzeugender als die Schreiben des Landesdenkmalamts und des Kunstministeriums. Einigen Räten stieß besonders sauer auf, dass die Beamten aus München den Räten einen Beschluss quasi diktieren wollten. Dann sollten die Behörden den Mut haben und gleich selbst entscheiden. Die Mehrheit der Räte sah sich frei von allen Vorgaben.
Das Kunstministerium reagierte gestern wie erwartet. Sprecherin Christa Malessa bestätigte am Nachmittag auf Anfrage der Lindauer Zeitung, dass das Ministerium prüft, auf welche Weise es gegen den Stadtratsbeschluss vorgeht. Dass es das tun werde, stehe außer Frage. Wahrscheinlich werde sie dazu heute Genaues mitteilen, ergänzte Malessa.
Lindauer Zeitung vom 14.07.2010
Streit um "Lieben Augustin" geht weiter
Lesen Sie dazu auch die Stellungnahme des Bayer. Landesamtes f. Denkmalschutz unter "Die Fakten"/"Der Denkmalschutz"
Der Stadtrat soll am kommenden Dienstag über den Abriss des "Lieben Augustin" entscheiden. Anderthalb Jahre nachdem die Räte Hotelier Robert Stolze und die Denkmalpfleger um einen Kompromiss gebeten hatten, stehen die Fronten unverändert. Die Verwaltung schlägt sich auf die Seite des Denkmalschutzes.
(LINDAU/sz) Von unserem Redakteur Dirk Augustin
"Der Antrag auf Abbruch der denkmalgeschützten Gebäude Ludwigstraße 27, 29 wird abgelehnt", lautet die Beschlussempfehlung der Verwaltung an den Stadtrat. Ob die Räte dem folgen, weiß derzeit niemand. OB Petra Seidl zum Beispiel wollte sich dazu nicht äußern, sondern weitere Gespräche und Überlegungen abwarten.
Kein Wunder, denn die über 80 Seiten dicke Vorlage der Stadtverwaltung, zu der derzeit täglich weitere Briefe oder E-Mails der Beteiligten hinzukommen, macht deutlich, wie schwierig die Entscheidung ist. Dabei sind sich Landesdenkmalamt und bayerisches Kunstministerium einig, dass die Belange des Denkmalschutzes in diesem Fall die des Eigentümers überwiegen.
Im Kern geht es nach wie vor darum, dass Hotelier Robert Stolze den "Lieben Augustin" abreißen will. Um den Fünf-Sterne-Standard auf Dauer zu halten, brauche er ein Hallenbad und behindertengerecht zugängliche Zimmer. Beides, so räumen die Behörden ein, ist durch einen Umbau des denkmalgeschützten Gebäudes nicht zu erreichen. Das Hallenbad aber könne er nicht über dem bestehenden Freibad im Garten bauen, wie von den Denkmalschützern vorgeschlagen. Zudem würde das die Ansicht vom Hafen aus viel schlimmer verändern als der geplante Abriss und Neubau. Wenn das nicht geht, so meinen die Denkmalschützer, dann müsse Stolze eben auf das Bad verzichten.
Dass es sich um ein Denkmal handelt, bestreitet Stolze nicht. Er bringt aber Gutachter bei, die dem Gebäudekomplex weitaus weniger Wert zumessen als dies die Behörden tun. Und deshalb, darauf beharrt Stolze, sei der Abriss möglich. Denn auch die vom Landesdenkmalamt vorgeschlagenen Umbaumaßnahmen für einen Aufzug, ein brandsicheres Treppenhaus und einen Durchgang zwischen den Hotels Bayerischer Hof und Reutemann würden historische Substanz zerstören.
Beide Seiten lassen Zahlen missen
Das räumen die Denkmalschützer ein, das sei aber weniger schlimm als der Abbruch. Sie sagen zudem, dass der Umbau des Denkmals für eine Hotelnutzung zwar teurer sein möge, als Abriss und Neubau, dass dies aber trotzdem wirtschaftlich zu führen sei, was Stolze bestreitet. Nachvollziehbare Berechnungen legt keine der beiden Seiten vor. Während die Denkmalschützer zudem Zuschüsse für den denkmalgerechten Umbau und Ausgleichzahlungen für Nachteile bei der Nutzung in Aussicht stellen, bemängelt Stolze, dass ihm niemand Zahlen nennen mag. Er vermutet deshalb, dass die Zuschüsse weit unter den Kosten liegen dürften.
Der vom Stadtrat vor anderthalb Jahren erhoffte Kompromiss (siehe Kasten "Chronologie") ist also nicht zustande gekommen. Dafür haben die Räte für ihre Beratung am kommenden Dienstag ein eindeutiges Urteil des Ministeriums, den Abriss zu verhindern. In diesem Fall würde Stolze klagen. Was passiert, wenn die Räte für den Abriss stimmen, ist unklar (siehe "Auf einen Blick: Die Rechtslage ist sehr verworren"). Nicht nur Stolze redet übrigens in diesen Tagen mit den Stadträten, auch die Bürgerinitiative "Rettet den Lieben Augustin" um Klaus Burger ist hinter den Kulissen aktiv. Wie die Abstimmung ausgeht, das traut sich derzeit niemand vorherzusagen.
Lindauer Zeitung vom 15.01.2010
Lieber Augustin muss warten
Lindau (Iz) - Der geplante Abriss oder Umbau des Lieben Augustin kommt voraussichtlich doch noch nicht in der nächsten Stadtratssit­zung auf die Tagesordnung. Hotel­eigentümer Robert Stolze hat um Aufschub gebeten.
Die Angelegenheit  Lieber Augustin sollte ursprünglich in der Sitzung des Stadtrates am 26. Januar erneut bera­ten werden. Robert Stolze, der Eigen­tümer der betreffenden Häuser in der Ludwigstraße, hat Oberbürgermeiste­rin Petra Seidl jedoch mit einem Schrei­ben Ende des Jahres 2009 gebeten, das Thema zu verschieben, da er zur Wahrung seiner Interessen einen fachkundigen Anwalt“ hinzugezogen habe. Auf dessen Anraten werden der­zeit Untersuchungen gemacht, deren Ergebnisse bis zur Januar-Sitzung des Stadtrates nicht zur Verfügung stehen. Der Bauausschuss hatte Ende 2008 beschlossen, dass die beiden Häuser in der Ludwigstraße, in denen unter an­derem die Gaststube „Zum lieben Au­gustin“ befindet, zum Abriss freizuge­ben. Nach Protesten hatte dann zu­nächst Oberbürgermeisterin Petra Seidl die Umsetzung des Beschlusses gestoppt. Im Februar 2009 hatte sich dann noch einmal der gesamte Stadt­rat mit der Sache befasst und entschie­den, dass der Hotelier Robert Stolze ei­nen planerischen Nachweis der positi­ven Auseinandersetzung mit der erhaltenswerten  Denkmalsubstanz“ vorlegen müsse und dazu mit dem Lan­desamt für Denkmalschutz in einen konstruktiven Dialog“ treten solle. Of­fenbar sind die Konsultationen mit dem Fachanwalt ein Teil dieses Prozes­ses.
Oberbürgermeisterin Seidl hat Stol­ze daraufhin mitgeteilt, dass sie grundsätzlich bereit ist, diesem Wunsch Folge zu leisten“, aber um ei­nen Hinweis bittet, bis wann die Unter­suchungen abgeschlossen sind.
Lindauer Zeitung vom 12.12.2009
Lieber Augustin im Januar im Stadtrat
LINDAU (mb) - Die Aktion „Rettet den Lieben Augustin“ will von Oberbürgermeisterin Petra Seidl Informationen über den Sach­stand. Nach der Mitteilung, dass in der Stadtratssitzung am 26. Januar 2010 noch einmal über die Zukunft des Lieben Augustin diskutiert werden soll, fordert Aktionsspre­cher Klaus Burger ein Gespräch mit der Stadtverwaltung.
Burger schreibt, dass die Oberbürger­meisterin der Aktion zur Rettung des Lieben Augustin“ im April zugesichert habe, dass es einen erneuten Ge­sprächstermin geben werde, sobald ein Lösungsvorschlag für die Zukunft der historischen Gebäude in der Lud­wigstraße vorliege. Nach der Mittei­lung im Bauausschuss Anfang der Woche und der entsprechenden Mel­dung in der LZ gehe er davon aus, dass ein solcher Lösungsvorschlag auf dem Tisch liege. Wir bitten Sie des­halb darum“, schreibt Burger weiter, uns baldmöglichst mitzuteilen, ob derartige mit dem Denkmalamt ein­vernehmlich erarbeitete Lösungsvor­schläge vorliegen oder nicht.“
Lindauer Zeitung vom 09.12.2009
Lieber Augustin im Januar im Stadtrat
LINDAU (mb) - Der Bauantrag für den Umbau des Lieben Augustin“ in der Ludwigstraße kommt im Januar er­neut in den Stadtrat. Dies teilte Ober­bürgermeisterin Petra Seidl am Mon­tag in einer Sitzung des Bauausschus­ses mit. Der Eigentümer der Gebäude hatte im Vorjahr beantragt, die bei­den historischen Häuser in der Lud­wigstraße abzureißen, um seinen Ho­telkomplex zu erweitern. Der Bauausschuss hatte dem Antrag zunächst stattgegeben, in der Folge hatte sich das Bauamt jedoch geweigert, den Entschluss umzusetzen. Im Februar 2009 befasste sich dann noch einmal der gesamte Stadtrat mit der Sache und entschied, dass der Bauwerber (Hotelier Robert Stolze) einen plane­rischen Nachweis der positiven Ausei­nandersetzung mit der erhaltenswerten Denkmalsubstanz“ vorlegen müs­se und dazu mit dem Landesamt für Denkmalschutz in einen konstrukti­ven Dialog“ treten solle.
Dies scheint inzwischen gesche­hen zu sein, und somit ist der Weg frei für die erneute Befassung des Stadt­rats.
Lindauer Zeitung vom 14.11.2009
Ministerium prüft Lieben Augustin“
LINDAU (dik) - Dass es beim ge­planten Umbau des Lieben Au­gustin“ nicht weitergeht, liegt am Kultusministerium. Laut Bauamts­chef Georg Speth prüft das Minis­terium, wie Lindau mit dem Um­bauantrag umgehen soll. (...)  (weiterlesen)
Lindauer Zeitung vom 18.02.2009
Stadtrat verschiebt Entscheidung zum Lieben Augustin
LINDAU (dik) Der Stadtrat hat am Dienstagabend keine Entscheidung zum geplanten Abriss des Lieben Augustin getroffen (....) weiterlesen
Lindauer Zeitung vom 11.02.2009
Lieber Augustin: Seidl will Abriss aussetzen
Oberbürgermeisterin Petra Seidl will die Entscheidung zum Abriss des Lieben Augustins aussetzen, bis sie auf ihre Rechtsmäßigkeit geprüft ist (...) weiterlesen
"Lindauer Zeitung" vom 11.02.2009
Denkmalschützer halten Abriss für illegal
LINDAU - Beim zweiten Treffen der "Aktion rettet den Lieben Augustin" haben wichtige Denkmalschützer den geplanten Abriss der Häuser in der Ludwigstraße illegal genannt. Ansonsten war bei dem zweistündigen Treffen im Sünfzen die Empörung groß, der Rat, ob und wie der Abriss zu verhindern ist, jedoch klein (...) weiterlesen
"Lindauer Zeitung" vom 22.01.2009
Lieber Augustin kommt in Stadtrat
LINDAU (mb) Oberbürgermeisterin Petra Seidl will den geplanten Abriss des Lieben Augustin im Stadtrat diskutieren. Das Thema soll am 17. Februar auf die Tagesordnung kommen (...) weiterlesen
"Lindauer Zeitung" vom 20.01.2009
Heimatpfleger fordern Erhalt
LINDAU / AUGSBURG (mb) Die schwäbischen Heimatpfleger haben eine Resolution zum Erhalt des Lieben Augustin verfasst. In einem Brief an OB Petra Seidl fordern sie den Erhalt der Häuser in der Ludwigstraße (...) weiterlesen
"Lindauer Zeitung" vom 17.01.2009
Müller will "Lieben Augustin" retten
LINDAU (lz) Die Freien Wähler wollen im Stadtrat nochmal über den geplanten Abriss des "lieben Augustin" beraten. Das beantragt Fraktionschef Jürgen Müller (...)  weiterlesen
"Lindauer Zeitung" vom 16.01.2009
Lieber Augustin macht böses Blut

LINDAU - Die Auseinandersetzung um den geplanten Abriss des "lieben Augustin" geht in die nächste Runde. Es hat sich eine Aktionsgruppe "Rettet den lieben Augustin" gegründet, die bis zum Bayerischen Verfassungsgerichtshof gehen will, um den Abbruch der beiden Häuser in der Ludwigstraße zu verhindern (....) weiterlesen
Anzeige des Hoteliers Dr. Stolze in der Lindauer Zeitung vom 15.01.2009
Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger!
Die jüngsten Geschehnisse rund um die Genehmigung des Bau­ausschusses für die Abtragung der Gebäude Ludwigstraße 27 und 29 zwingen mich, mit diesem Schreiben an die Öffentlich­keit zu gehen, um ganz offensichtlich fehlende Informationen zu liefern (...)
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